Auf den ersten Blick ist es nur eine Wiese: Gras, ein paar Blüten, sonst nicht viel. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine erstaunliche Vielfalt – genau das erlebten unsere Neuntklässler am 23. September 2026 auf ihrer Ökologieexkursion in den Groitzscher Wald mit ihren Biologielehrern Frau Fleischer und Herrn Dichter.
In kleinen Forscherteams untersuchten die Schülerinnen und Schüler fünf unterschiedliche Lebensräume: Waldrand, Wald, Gewässerrand, Wiese und Acker. Jedes Team steckte sein 10 x 10 Meter großes Biotop mit Naturmaterialien ab und machte sich an die Arbeit. Mit Thermometer, Hygrometer und Luxmeter wurden Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtstärke in Boden-, Kraut- und Strauchschicht gemessen. Bodenproben lieferten den pH-Wert, und mit Hammer und Zeltnagel prüften die Teams, wie stark der Boden verdichtet ist. Anschließend ging es ans Bestimmen: Bäume, Sträucher, Kräuter und Tiere wurden erfasst und in eine selbst gezeichnete Karte des Geländes eingetragen.
Damit setzten die Klassen um, was der sächsische Lehrplan Biologie in Klasse 9 im Bereich Ökologie vorsieht: abiotische und biotische Umweltfaktoren erfassen, ihre Wechselwirkungen verstehen und ein Ökosystem direkt vor Ort erforschen. Beobachten, Messen, Bestimmen und Protokollieren – hier wurden naturwissenschaftliche Arbeitsweisen ganz praktisch geübt, und das im Team.
Und die „langweilige“ Wiese? Sie überraschte mit zahlreichen Pflanzen- und Tierarten. Überhaupt waren die Bedingungen in diesem Jahr ideal: Bei herrlichem Spätsommerwetter zeigten sich alle fünf Biotope von ihrer artenreichsten Seite. So wurde aus einem Schultag im Grünen eine echte Forschungsexpedition – mit vollen Protokollbögen und vielen neuen Einsichten in unsere heimische Natur.
Sandra Fleischer